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Juli 25, 2026 4 min lesen.

Die Nische ist die häufigste und zugleich dankbarste Einbausituation für eine Glasdusche nach Maß: links eine Wand, rechts eine Wand, dazwischen die Tür. Genau darin steckt aber auch die Tücke. Weil das Glas auf beiden Seiten an die Wand anschließt, gibt es keinen Zentimeter Ausweichspielraum, und Einscheibensicherheitsglas lässt sich nach dem Härten nicht mehr nacharbeiten. Aus über 25 Jahren Beratungspraxis kennen wir die Stellen, an denen das Aufmaß schiefgeht, ziemlich genau. Es sind fast immer dieselben fünf. Wer sie kennt, misst seine Nische in einer Viertelstunde sicher aus.

Falle 1: Die Breite nur an einer Stelle messen

Kaum eine Wand steht exakt im Lot, auch nicht im Neubau. Wer die Nischenbreite nur in bequemer Griffhöhe misst, übersieht, dass die Nische oben oder unten ein paar Millimeter breiter oder schmaler sein kann. Das Glas passt dann an einer Stelle und klemmt oder klafft an der anderen.

Messen Sie die Breite deshalb immer an drei Höhen: oben auf Höhe der späteren Glasoberkante, in der Mitte und unten am Boden. Notieren Sie alle drei Werte einzeln, ohne zu mitteln. Differenzen von wenigen Millimetern sind völlig normal und kein Baumangel, die Fertigung braucht sie aber, um das Glas und die Profile passend auszulegen.

Falle 2: Der Doppelabzug

Der Klassiker unter den Fehlmaßen: Der Kunde denkt mit und zieht vom gemessenen Maß schon einmal „zur Sicherheit" Luft für Silikonfugen und Toleranzen ab. Gut gemeint, aber genau falsch. Die Fertigung rechnet die nötige Luft für Fugen, Dichtungen und Justierspielraum selbst ein. Wird vorher schon abgezogen, passiert der Abzug doppelt, und am Ende bleibt ein sichtbarer Spalt.

Die Regel ist einfach: Messen Sie immer die rohe Einbausituation, also Wand zu Wand und Boden bis Wunschhöhe, fertig gefliest und ohne jeden eigenen Abzug. Alles Weitere ist unsere Aufgabe.

Falle 3: Die falsche Bezugskante am Boden

Von wo bis wo zählt die Breite am Boden eigentlich? Diese Frage klingt banal, entscheidet aber über Millimeter, die später fehlen oder übrig sind. Steht das Glas auf einer Duschwanne, ist die Bezugskante die Außenkante der Wanne beziehungsweise das Einrückmaß, mit dem das Glas vom Rand nach innen versetzt steht (Standard: 25 mm). Steht das Glas auf dem gefliesten Boden, zählt die Fuge, an der das Gefälle zum Ablauf beginnt, und dort macht es einen Unterschied, ob Sie an der Innen- oder Außenkante der Fuge messen.

Legen Sie sich vor dem Messen fest, auf welcher Kante das Glas stehen soll, und notieren Sie diese Entscheidung mit auf dem Aufmaß. In unseren Aufmaß-Vorlagen gibt es dafür ein eigenes Erklärblatt „Bezugskante am Boden" mit Querschnitt-Zeichnungen für beide Fälle.

Falle 4: Beim U-Profil bis zur Fliese statt bis zum Profilboden messen

Läuft das Glas unten oder seitlich in ein bündig in die Fliesenebene eingelassenes U-Profil, taucht die Scheibe ein Stück in das Profil ein. Gemessen wird dann bis zum Profilboden, nicht bis zur Fliesenoberkante. Wer die Eintauchtiefe unterschlägt, bestellt eine Scheibe, die genau um diese Tiefe zu kurz ist, und das sieht man später an jeder Kante.

Wichtig: Diese Falle betrifft nur eingelassene Profile. Sitzt das U-Profil sichtbar auf den Fliesen, messen Sie ganz normal die Einbausituation, das Profil trägt dann auf.

Falle 5: Die Neigung ohne Richtung notieren

Schiefe Wände sind kein Hindernis für eine Maßdusche, im Gegenteil: Mit einem Schrägschnitt (29,90 € pro Schnitt) schneiden wir die wandseitige Glaskante exakt auf Ihre Wandneigung. Dafür muss die Neigung aber vollständig erfasst sein. Stellen Sie eine Wasserwaage senkrecht an die Wand, bringen Sie sie ins Lot und messen Sie den Spalt X in Millimetern, dazu die Länge Y Ihrer Wasserwaage.

Und jetzt der Teil, der gern vergessen wird: die Richtung. Sitzt der Spalt oben, kippt die Wand nach hinten. Sitzt er unten, neigt sich die Wand zum Raum. Für die Fertigung ist das kein Detail, sondern entscheidet darüber, an welchem Ende die Scheibe breiter geschnitten wird. Ein X-Wert ohne Richtung ist darum nur ein halbes Maß.

So messen Sie auf der sicheren Seite

Alle fünf Fallen sind in unserem Aufmaß-Blatt „Nische" bereits eingebaut: drei Breiten, Lot mit Richtung, Bezugskante, Untergrund. Sie füllen das Blatt am Bildschirm aus oder drucken es als PDF, mehr Werkzeug als Wasserwaage, Zollstock und Bleistift brauchen Sie nicht. Dabei bleibt es ehrlich gesagt wie bei jeder Sonderanfertigung: Die Verantwortung für die Maße liegt beim Auftraggeber, denn nur Sie stehen vor Ihrer Wand. Genau deshalb sind die Vorlagen so aufgebaut, dass sie exakt die Werte abfragen, die die Fertigung braucht, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn Ihnen dabei etwas komisch vorkommt, schicken Sie uns Ihre Maße mit einem Foto der Nische per WhatsApp an 0176 54505183 oder rufen Sie an unter 09293 9339580, dann schauen wir vor der Bestellung gemeinsam drauf. Wie es nach dem Aufmaß weitergeht, von der Glasart bis zur Zeichnung, lesen Sie im großen Ratgeber Duschabtrennungen nach Maß planen, die Preise mit Beispielrechnung im Artikel Was kostet eine Duschabtrennung nach Maß? und weitere Antworten in den häufigsten Kundenfragen. Wer die Zeichnung lieber machen lässt, findet im Bereich Glasplan & Aufmaß den passenden Service.