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Juli 25, 2026 5 min lesen.

Kaum ein Bad ist wie das andere. Die Nische misst 87,3 cm statt 90, die Wand steht ein paar Millimeter aus dem Lot, über der Dusche sitzt eine Dachschräge. Genau hier beginnt das Thema Duschabtrennung nach Maß: Glas, das für Ihre Situation gefertigt wird, statt dass Sie Ihr Bad an ein Standardmaß anpassen müssen. In diesem Ratgeber finden Sie das Wissen aus über 25 Jahren Duschenpraxis, damit Ihre Maßdusche auf Anhieb passt.

Wann lohnt sich eine Duschabtrennung nach Maß?

Fertige Duschkabinen gibt es in typischen Breiten wie 80, 90, 100 oder 120 cm. Liegt Ihre Einbausituation genau dazwischen, bleibt sonst nur ein Spalt, der mit Profilen kaschiert werden muss. Eine Maßanfertigung lohnt sich vor allem dann, wenn:

  • Ihre Nische oder Ecke ein Zwischenmaß hat oder die Wände nicht exakt senkrecht stehen,
  • eine Dachschräge, eine Vorwand oder eine gemauerte Sitzbank in die Glasform hineinragt,
  • Sie eine bodengleiche Walk-In-Lösung mit großer, rahmenloser Festverglasung möchten,
  • oder die alte Kabine ersetzt werden soll, ohne Fliesen und Anschlüsse zu verändern.

Der Preisunterschied ist kleiner, als viele erwarten: Bei unseren Glasduschen nach Maß gilt ein Festpreis je Duschsituation, unabhängig vom Zentimeterwert innerhalb des Maßbereichs. Wer es schnell und preiswert mag, findet in der Kategorie Duschtüren, Duschkabinen und Duschtrennwände zusätzlich fertige Komplett-Sets.

Die Grundformen: Nische, Ecke, Walk-In und Fünfeck

Am Anfang jeder Planung steht die Einbausituation. Vier Formen decken fast alle Bäder ab:

  • Nische: Die Dusche sitzt zwischen zwei Wänden, nur die Front besteht aus Glas. Die einfachste und stabilste Situation, weil beide Seiten Halt geben.
  • Ecke: Zwei Wände, zwei Glasseiten, meist eine Tür plus ein festes Seitenteil, verbunden über einen 90-Grad-Eckbeschlag.
  • Walk-In: Eine freistehende, feste Glaswand mit offenem Zugang, bodengleich und schwellenlos. Ab einer gewissen Breite wird die Scheibe zusätzlich mit einer Stabilisierungsstange gegen Verwindung gesichert.
  • Fünfeck: Eine Eckdusche mit diagonal abgeschnittener Front, die Tür sitzt in der Diagonale. Platzsparend in kleinen Bädern.

Steht die Glasseite auf einer Badewanne oder grenzt sie seitlich an den Wannenrand, ändert sich die Bezugskante für das Aufmaß. Auch dafür gibt es eigene Vorlagen, dazu gleich mehr.

Glasart und Glasdicke: die wichtigsten Entscheidungen

Duschglas ist immer Einscheibensicherheitsglas (ESG): thermisch gehärtet, hoch belastbar und im Bruchfall in stumpfe Krümel zerfallend statt in scharfe Scherben. Wichtig zu wissen: Nach dem Härten lässt sich ESG nicht mehr bearbeiten. Alle Bohrungen, Ausschnitte und Schrägschnitte müssen deshalb vor der Fertigung feststehen. Die Kanten sind bei Maß-Duschglas übrigens allseitig poliert, das ist Standard und kostet keinen Aufpreis.

Bei der Glasdicke gilt als Faustregel: 8 mm ist der bewährte Standard für rahmenlose Maßduschen, 6 mm findet sich bei leichteren Türen, 10 mm bei großen Festverglasungen. Zur Auswahl stehen mehrere Glasarten:

  • Klarglas: der Klassiker, maximal hell und transparent. Als ESG-Duschglas nach Maß in 6, 8 und 10 mm erhältlich.
  • Satinato (Milchglas): vollflächig mattiert für Sichtschutz. Praxis-Tipp: Die matte Seite gehört nach außen, die glatte Seite in die Dusche, dort lässt sie sich leichter reinigen.
  • Glas mit Lasermotiv: Sichtschutz nur dort, wo Sie ihn brauchen, als dauerhaft ins Glas gearbeitetes Motiv.
  • Grauglas: körperdurchgefärbtes Glas in Anthrazit für moderne, dunkle Badkonzepte.
  • Antikorrosionsglas: ESG mit werkseitiger Schutzschicht gegen Glaskorrosion plus Lotus-Effekt. Wasser perlt ab, Kalk haftet deutlich schlechter. Unser Antikorrosionsglas mit Nano-Versiegelung kommt mit 10 Jahren Garantie auf die Beschichtung.

Richtig messen: das Fundament jeder Maßanfertigung

Neun von zehn Problemen bei Maßduschen entstehen nicht in der Fertigung, sondern beim Aufmaß. Diese Grundregeln haben sich über Tausende Aufträge bewährt:

  • Erst messen, wenn das Bad fertig ist. Fliesen verlegt, Duschwanne oder Bodenfläche eingebaut, Altkabine entfernt. Vorher gemessene Werte sind wertlos.
  • Keine eigenen Abzüge. Messen Sie immer die rohe Einbausituation. Die nötige Luft für Silikonfugen und Toleranzen rechnet die Fertigung ein. Wer selbst abzieht, riskiert den doppelten Abzug und damit sichtbare Spalten.
  • Breite an drei Höhen messen: oben, in der Mitte und unten. Kaum eine Wand steht perfekt senkrecht, und schon wenige Millimeter Unterschied entscheiden über die Passform.
  • Wandlot prüfen: Wasserwaage senkrecht an die Wand, ins Lot bringen, den Spalt in Millimetern notieren, dazu die Richtung (kippt die Wand zum Raum oder zur Wand). Dasselbe gilt für die Neigung von Wannenrand oder Boden mit flach aufgelegter Waage.

Damit dabei nichts vergessen wird, haben wir für jede Einbausituation ein eigenes Aufmaßblatt entwickelt, von der Nische über die Eckdusche bis zur Dachschräge. Alle Blätter können Sie kostenlos am Bildschirm ausfüllen oder als PDF drucken: Aufmaß-Vorlagen für Ihre Glasdusche.

Schiefe Wände? Dafür gibt es den Schrägschnitt

Steht eine Wand messbar aus dem Lot, gibt es zwei Wege: den Versatz über Profile und Beschläge ausgleichen oder das Glas gleich passend schneiden. Aus der Praxis empfehlen wir fast immer den Schrägschnitt an der wandseitigen Glaskante. Der Grund: Wer die Schiefe über das Profil ausgleicht, verbraucht dessen Justierreserve und muss beim Einbau unterlegen. Ein passend geschnittenes Glas sitzt dagegen spannungsfrei, und die Profilreserve bleibt für die Feinjustierung erhalten.

Dasselbe Prinzip gilt am Boden: Hat der Wannenrand oder der geflieste Boden unter einem festen Glasteil ein Gefälle, wird die Unterkante entsprechend schräg geschnitten, denn ein Festteil steht nur auf einer schmalen Silikonfuge. Bei Türen übernimmt stattdessen die untere Schleiflippendichtung den Ausgleich.

Bohrungen, Ausschnitte und der Glasplan

Scharniere, Haltewinkel und Griffe brauchen Bohrungen oder Randausschnitte im Glas, eine gemauerte Sitzbank einen Eckausschnitt. Weil ESG nach dem Härten nicht mehr bearbeitet werden kann, muss jede Position vorher millimetergenau feststehen. Sobald Bohrungen ins Spiel kommen, braucht die Fertigung deshalb eine bemaßte Zeichnung.

Diese Zeichnung können Sie selbst liefern, oder Sie nutzen unseren Glasplan-Service: Aus Ihrem Aufmaß entsteht eine professionell bemaßte Fertigungszeichnung mit einer Darstellung je Scheibe, inklusive einer Korrekturschleife. Wichtig für Ihre Planung: Gezeichnet wird nach Ihren Angaben, die Verantwortung für die Richtigkeit der Maße liegt beim Auftraggeber. Nehmen Sie sich fürs Aufmaß deshalb lieber zehn Minuten mehr Zeit.

Beschläge, Profile und Dichtungen: das System dahinter

Eine Maßdusche ist mehr als die Glasscheibe. Zum System gehören:

  • Beschläge: Scharniere, Eckverbinder und Griffe, bei uns in bis zu elf Oberflächen von Chrom über Schwarz matt bis Bronze matt gebürstet. So passt die Dusche farblich zu Armaturen und Accessoires.
  • Profile: Feste Glasteile stehen meist in einem U-Profil, wahlweise mit Silikon verklebt (Nassverglasung, besonders stabil) oder mit Klemmgummi gehalten (Trockenverglasung, schnellere Montage). Eine Alternative für Neubauten ist das Fliesen-U-Profil, das bündig in die Fliesenebene eingeputzt wird.
  • Stabilisierungsstangen: Bei Walk-In-Wänden Pflicht. Faustregel: 12 mm Stangendurchmesser bis 140 cm Glasbreite, darüber oder bei Höhen über 200 cm besser 19 mm.
  • Dichtungen: Untere Schleiflippen, senkrechte Magnetdichtungen und Wandanschlussprofile halten das Wasser in der Dusche. Entscheidend für die Auswahl ist nicht die Glasdicke allein, sondern das Spaltmaß, also der Abstand zwischen Glaskante und Anschlag.

Alle Teile sind herstellerunabhängig, das heißt: Auch Jahre später bekommen Sie bei uns passende Dichtungen und Ersatzteile, ganz gleich, aus welcher Serie Ihre Dusche stammt.

Lieferung und Montage

Maßglas in Türgröße wird sicher verpackt per Spedition geliefert, Beschläge und Kleinteile kommen als separates Paket. Planen Sie für den Aufbau zwei Personen ein, eine 8-mm-Scheibe in Türgröße wiegt schnell 30 kg und mehr. Wie der Aufbau Schritt für Schritt gelingt, vom Auspacken über das Ausrichten bis zur Silikonfuge, zeigt unser ausführlicher Leitfaden Glasdusche nach Maß montieren.

Ihre Checkliste für die Duschabtrennung nach Maß

  1. Einbausituation bestimmen: Nische, Ecke, Walk-In oder Fünfeck, auf Wanne oder bodengleich.
  2. Erst nach Fertigstellung des Bades messen, mit der passenden Aufmaß-Vorlage, ohne eigene Abzüge.
  3. Wandlot und Bodenneigung erfassen, Schrägschnitte einplanen statt Schiefe zu kaschieren.
  4. Glasart und Glasdicke wählen, bei Kalk-Ärger lohnt der Blick auf Antikorrosionsglas.
  5. Beschläge, Profile und Dichtungen als System mitdenken, Oberflächen auf die Armaturen abstimmen.

Und wenn Sie unsicher sind: Schicken Sie uns einfach ein Foto Ihrer Duschsituation per WhatsApp an 0176 54505183 oder rufen Sie an unter 09293 9339580. Wir schauen gemeinsam drauf, bevor Sie bestellen. So wird die Dusche nach Maß genau das, was sie sein soll: die Dusche, die wirklich passt.