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Juli 25, 2026 2 min lesen.

Die bodengleiche Dusche hat ein eingebautes Dilemma: Der Boden muss zum Ablauf hin geneigt sein, damit das Wasser abläuft, aber die Glaswand und ihr Bodenprofil hätten gern eine gerade, waagerechte Kante. Klassisch löst der Fliesenleger das mit einem keilförmig zugeschnittenen Fliesenstreifen entlang der Glaslinie, sauber hinzubekommen ist das aber aufwendig und sieht schnell unruhig aus. Genau dafür gibt es eine elegante Abkürzung: das Gefällekeil-Profil, ein Edelstahlprofil, bei dem das Gefälle bereits werkseitig eingebaut ist.

Das Prinzip: Der Keil steckt im Profil

Ein Gefällekeil-Profil ist unten keilförmig geformt: Am flachen Ende beginnt es niedrig, zum anderen Ende wächst die Höhe mit einem sanften, konstanten Gefälle von rund 1,5 Prozent an. Das Profil wird mit dem Keil auf dem geneigten Duschboden verlegt und gleicht die Neigung aus, oben entsteht eine exakt waagerechte Kante, auf der die Fliesen des angrenzenden Bodens oder das Glas sauber abschließen. Das Gefälle zum Ablauf bleibt vollständig erhalten, es verschwindet nur optisch im Profil statt im geschnittenen Fliesenkeil.

Zwei Bauarten: mit und ohne Glasaufnahme

  • Mit Glasaufnahme (U-Winkelprofil): Das Slimline U-Winkelprofil mit Gefällekeil nimmt die feststehende Glasscheibe direkt auf. Profil verlegen, Glas einstellen, fertig ist der Übergang von geneigtem Boden zu senkrechtem Glas.
  • Ohne Glasaufnahme: Das Fliesen-Gefälleprofil mit zweiteiligem Keil ist der reine Fliesenabschluss, etwa als sauberer Rand der Duschfläche. Hier kommt kein Glas ins Profil, entsprechend entfällt die Glasverklebung, Silikon dient nur als Fugenkleber.

Beide gibt es in Edelstahl, in mehreren Längen und jeweils als Links- und Rechts-Variante, je nachdem, zu welcher Seite Ihr Boden zum Ablauf hin abfällt. Dazu führen wir immer wieder günstige Restlängen im Abverkauf.

Der Praxis-Trick: Kürzen ist erlaubt, aber nur am richtigen Ende

Weil Anfangshöhe und Steigung bei allen Längen einer Profillinie gleich sind, gilt eine bemerkenswerte Regel: Ein längeres Gefällekeil-Profil lässt sich am hohen Ende auf ein kürzeres Maß kürzen und hat dann exakt die Geometrie des kürzeren Profils. Wer also 110 cm braucht, kann bedenkenlos die 120er-Länge nehmen und kürzen. Nur am flachen Ende darf nicht gekürzt werden, dort säße anschließend die Anfangshöhe falsch und das Profil würde nicht mehr zum Gefälleverlauf passen.

Was heißt das fürs Aufmaß?

Für die Bestellung brauchen Sie drei Angaben: die Länge der Glaslinie beziehungsweise des Abschlusses, die Gefällerichtung (fällt der Boden von links nach rechts oder umgekehrt zum Ablauf) und die Fliesendicke für die passende Profilaufnahme. Beim bodengleichen Duschplatz fragt unser Walk-In-Blatt aus den Aufmaß-Vorlagen das Gefälle ohnehin mit ab. Und wie immer gilt: rohe Einbausituation messen, keine eigenen Abzüge.

Für wen lohnt sich das?

Für alle, die eine bodengleiche Dusche mit klarer Linie wollen, ohne den Fliesenleger mit Keilschnitten zu quälen: im Neubau, bei der Badsanierung und besonders beim barrierearmen Umbau, wo die Schwelle komplett entfällt. Wie die offene Glaswand darüber geplant wird, lesen Sie im Artikel Walk-In-Dusche nach Maß, den Gesamtüberblick gibt der Ratgeber Duschabtrennungen nach Maß planen. Bei Fragen zur passenden Variante: Foto und Maße per WhatsApp an 0176 54505183 oder Anruf unter 09293 9339580.