
März 14, 2026 8 min lesen.
Sie möchten eine feststehende Glasscheibe in Ihrer Dusche selbst montieren? Mit dem richtigen U-Profil, den passenden Materialien und etwas Sorgfalt gelingt die Montage auch ohne Fachbetrieb. Entscheidend ist, dass Sie wissen, welche Öffnungsweite zur Glasstärke passt, wie das Profil sauber abgedichtet wird und wo typische Fehler lauern.
Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch die beiden gängigsten Einbauvarianten – verschraubt auf der Fliese oder bündig in der Fliesenebene – und zeigt, worauf es bei Wand- und Bodenmontage wirklich ankommt.


Das U-Profil wird lotrecht an der Wand verschraubt (oder mit MS-Polymer-Kleber befestigt), mit Silikon zur Wand hin abgedichtet und innen mit einer Raupe transparentem Sanitärsilikon versehen. Die Glasscheibe wird mit Trenneinlagen (die den direkten Metallkontakt verhindern) ins Profil geschoben und beidseitig mit Silikon fixiert. Nach 24 Stunden Aushärtezeit ist die Dusche einsatzbereit.
Bei 8 mm ESG ist ein Profil mit 13 mm Öffnungsweite die richtige Wahl – nicht die scheinbar passenden 10 mm.
Ein U-Profil ist eine Metallschiene mit U-förmigem Querschnitt, in die eine Glasscheibe eingesetzt und fixiert wird. Gefertigt aus Aluminium oder Edelstahl, dient es der stabilen Befestigung feststehender Glasscheiben bei:
Die Glasscheibe wird dabei nicht gebohrt, sondern in das Profil eingeschoben und mit Silikon oder einem Klemmsystem gesichert. Das ergibt eine elegante, nahezu unsichtbare Montage, die sich sowohl für die senkrechte Wandbefestigung als auch für die waagerechte Bodenmontage eignet. In modernen Bädern werden beide Varianten häufig kombiniert.
Bei 8 mm ESG liegt es nahe, ein U-Profil mit 10 mm Öffnungsweite zu wählen. In der Praxis ist 13 mm die deutlich bessere Wahl – aus drei Gründen:
Faustregel: Glasstärke + 5 mm = ideale Öffnungsweite des U-Profils. Bei 8 mm Glas also 13 mm, bei 10 mm Glas 15 mm.
Je nachdem, ob Ihr Bad bereits gefliest ist oder Sie gerade renovieren, kommt eine andere Einbauweise in Frage:

Das U-Profil wird senkrecht an der Wand positioniert und mit Schrauben und Dübeln befestigt. Die Glasscheibe wird anschließend in das offene Profil eingesetzt und dort fixiert – entweder mit transparentem Silikon oder mit einem Klemmsystem aus Vinyldichtung und Kederstab.
Silikonverklebung: Das Glas wird im Profil mit transparentem Sanitärsilikon eingeklebt. Zwischen Glas und Profilinnenwand bleibt beidseitig ein Spalt von 1 bis 2 mm, der mit Silikon gefüllt wird. Transparente Trenneinlagen halten den Abstand gleichmäßig. Aushärtezeit: 24 Stunden.
Trockenverglasung mit Klemmsystem: Statt Silikon wird eine L-förmige Vinyldichtung ins Profil gelegt, auf die das Glas gestellt wird. Ein Kederstab wird mit einem Gummihammer eingeschlagen und presst die Scheibe fest. Vorteil: sofort belastbar, Scheibe jederzeit wieder entnehmbar.

Besonders elegant sind U-Winkelprofile mit Auflageschenkel, die vor dem Fliesen auf Estrich oder Wand geklebt werden. Der seitliche Schenkel verschwindet unter dem Fliesenkleber, sodass am Ende nur noch die U-förmige Aufnahme sichtbar ist – bündig mit der Fliesenoberfläche.
Der grosse Vorteil: Da weder Schrauben noch Dübel verwendet werden, bleibt die Verbundabdichtung unter den Fliesen vollständig intakt. Das ist bei bodengleichen Duschen entscheidend, weil Flüssigfolie oder Dichtbahn nicht durchbrochen werden dürfen.
Wichtig: Diese Variante erfordert Planung vor der Fliesenverlegung. Für den nachträglichen Einbau in einem gefliesten Bad ist sie nicht geeignet.
Die folgende Anleitung bezieht sich auf die verschraubte Wandmontage, also den klassischen Einbau bei bereits gefliester Wand.
Halten Sie das U-Profil an die gewünschte Wandposition und richten Sie es mit der Wasserwaage genau lotrecht aus. Markieren Sie die Außenkante und zeichnen Sie die Bohrlöcher an.
Beim Bohren in Fliesen Vorsicht walten lassen:
Tragen Sie eine durchgehende Silikonraupe auf die Profilrückseite auf – nicht als Klebstoff, sondern als zusätzliche Abdichtung zwischen Profil und Fliese. Setzen Sie das Profil auf die Bohrlöcher und schrauben Sie es fest. Überschüssiges Silikon mit einem feuchten Tuch abwischen.
Alternative ohne Bohren: Mit einem leistungsstarken MS-Polymer-Kleber lässt sich das U-Profil auch vollflächig verkleben. Der Kleber hält auf Fliesen, Stein, Metall und Glas, ist dauerhaft elastisch und hat eine hohe Anfangsklebkraft. Dafür ist allerdings ein sauberer, fettfreier Untergrund Voraussetzung. Vorteil: Die Abdichtungsebene hinter den Fliesen bleibt intakt.
Legen Sie zuerst die transparenten Trenneinlagen ins Profil – sie verhindern den direkten Kontakt zwischen Glas und Metall. Bei der Silikonvariante eine durchgehende Silikonraupe auf den Profilboden auftragen.
Heben Sie die Scheibe vorsichtig an und schieben Sie sie ins Profil. Am Boden sollte sie auf Weich-PVC-Auflagen stehen, nicht direkt auf dem Profilgrund. Zu zweit arbeiten – eine 200 cm hohe ESG-Scheibe aus 8 mm wiegt rund 40 kg.
Bei der Silikonmethode: Spalt zwischen Glas und Profil beidseitig mit transparentem Sanitärsilikon füllen. Trenneinlagen im Abstand von 100 bis 150 cm sorgen für gleichmäßige Fugen. Mit dem Fugenglätter abziehen, überschüssiges Material sofort entfernen.
Bei der Trockenverglasung: L-Vinyldichtung einlegen, Glas darauf stellen, Kederstab mit Gummihammer einschlagen. Die Scheibe sitzt sofort sicher.
Für die meisten Privatnutzer ist die Silikonverklebung der Standard – robust, bewährt, kostengünstig. Das Klemmsystem lohnt sich, wenn die Scheibe später ausgetauscht werden soll oder wenn Sie sofort nach dem Einbau duschen möchten.
Ein Bodenprofil gibt der Glasscheibe zusätzlichen Halt von unten und ist bei Walk-In-Duschen ohne seitliche Wand fast immer empfehlenswert. Die Montage folgt den gleichen Schritten wie an der Wand, mit drei Besonderheiten:

Eine feststehende Glasscheibe, die nur im Wand- und Bodenprofil sitzt, kann durch seitlichen Druck (Anlehnen, Abstützen) in Schwingung geraten. Bei Walk-In-Duschen und freistehenden Glasscheiben ist deshalb fast immer eine Stabilisierungsstange erforderlich.
Sie verbindet die Oberkante der Glasscheibe mit der gegenüberliegenden Wand (90°-Montage) oder mit der Decke.
Die Abdichtung entscheidet über die Langlebigkeit Ihrer Konstruktion. Vier Regeln, die Sie unbedingt einhalten sollten:
Hochwertiges Sanitärsilikon mit schimmelhemmenden Eigenschaften. Acetatvernetzende Silikone (leichter Essiggeruch beim Aushärten) sind ideal für Glas-Profil-Verklebungen. Bewährt: OTTO S100 Sanitärsilikon.
Die Silikonfuge zwischen Profil und Wand bzw. Boden gehört auf die Innenseite der Dusche. Dort fällt das Wasser an. Wenn Sie innen und außen abdichten, kann keine Luft mehr zirkulieren und es bildet sich Schimmel.
Wichtig: An der Unterseite des Wandprofils einen kleinen Bereich ohne Silikon lassen, damit eventuell eindringendes Kondenswasser ablaufen kann.
Sanitärsilikon benötigt mindestens 24 Stunden, um vollständig auszuhärten. In dieser Zeit darf die Dusche nicht benutzt werden und die Fugen dürfen nicht berührt werden.
Vor dem Silikonauftrag die Ränder mit Malerkrepp abkleben. Nach dem Glätten das Krepp sofort abziehen – das Ergebnis sind perfekt gerade, saubere Fugen.
Die Wahl hängt von vier Faktoren ab:
Im Duschop-Sortiment finden Sie U-Profile in allen gängigen Ausführungen:
Für 8 mm ESG ist eine Öffnungsweite von 13 mm optimal. So bleiben beidseitig 2 bis 2,5 mm Spiel für das Silikon und zum Ausrichten der Scheibe. Profile mit 10 mm Öffnung klingen zwar passend, lassen aber zu wenig Toleranz für eine saubere Montage.
Nein. Bei der Befestigung im U-Profil wird die Scheibe nur eingeschoben und mit Silikon oder Klemmsystem fixiert. Auch die Stabilisierungsstange wird mit einem Klemmhalter am Glas befestigt, nicht verschraubt. Eine Glasbohrung ist nicht erforderlich.
Mindestens 24 Stunden. In dieser Zeit darf die Dusche nicht benutzt werden und die Fugen dürfen nicht berührt werden. Bei kühler oder feuchter Umgebung kann die Aushärtezeit auch länger sein – orientieren Sie sich an der Herstellerangabe auf der Kartusche.
Ja. Mit einem leistungsstarken MS-Polymer-Kleber lässt sich das Profil vollflächig auf sauberen, fettfreien Fliesen verkleben. Das ist besonders bei bodengleichen Duschen sinnvoll, damit die Abdichtungsebene unter den Fliesen intakt bleibt. Eine Alternative ist das U-Winkelprofil, das vor dem Fliesen gesetzt wird.
Bei feststehenden Glasscheiben, die nur seitlich im Wandprofil und unten im Bodenprofil sitzen: ja. Die Stange verhindert, dass die Scheibe bei seitlichem Druck in Schwingung gerät. Ausnahme: wenn die Scheibe zusätzlich in einem durchgehenden Bodenprofil steht, das selbst ausreichend steif ist.
Transparentes, schimmelhemmendes Sanitärsilikon, idealerweise acetatvernetzend (erkennbar am leichten Essiggeruch). OTTO S100 ist ein bewährtes Profi-Produkt. Keine Acryl- oder Neutralsilikone für den Nassbereich verwenden, sie halten nicht dauerhaft.
Das Material (Profil, Silikon, Dübel, Trenneinlagen, Stabilisierungsstange) liegt je nach Ausführung zwischen 80 und 250 Euro. Das Glas selbst kommt je nach Größe und Ausführung hinzu. Bei Selbstmontage sparen Sie die Handwerkerkosten, die meist bei 200 bis 400 Euro liegen.
Ja, sofern Sie das Klemmsystem verwendet haben – dort wird einfach der Kederstab entfernt und die Scheibe entnommen. Bei Silikonverklebung muss das Silikon mit einem Cuttermesser und Silikonentferner gelöst werden, bevor die Scheibe gezogen werden kann.
Die Wahl des richtigen Profils, die Abstimmung auf Ihre Glasstärke und Einbausituation – bei all dem helfen wir Ihnen gerne weiter. Mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich Glasdusche und Duschtechnik kennen wir nahezu jede Einbausituation.
Unser Grundsatz: Beratung statt Warenkorb. Wir klären erst, was zu Ihrem Bad, Ihrer Glasstärke und Ihrem handwerklichen Können passt – dann sprechen wir über Produkte.
Duschop – Glasduschen und Duschglas nach Maß
Tel.: 09293 9339580
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