Februar 19, 2026 8 min lesen.
Warum ein kleines Kunststoffplättchen über Qualität und Langlebigkeit Ihrer rahmenlosen Glasdusche entscheidet – und wie Sie es richtig anwenden.
Wer zum ersten Mal eine rahmenlose Glasdusche montiert, unterschätzt oft die Bedeutung scheinbar kleiner Details. Eines davon ist der gleichmäßige Abstand zwischen der Glasscheibe und den angrenzenden Bauteilen – dem Boden, dem U-Profil oder der Wand. Fehlt dieser Spalt, entstehen Spannungen im Glas, die Silikonfuge reißt frühzeitig auf, Wasser kann eindringen, und im schlimmsten Fall ist die gesamte Montage nach kurzer Zeit hinfällig. Transparente Kunststoffunterlagen lösen dieses Problem elegant, unsichtbar und dauerhaft.
ESG-Glas – Einscheiben-Sicherheitsglas – ist zwar gehärtet und bruchfest, aber dennoch empfindlich gegenüber punktförmigen Belastungen und Spannungen. Liegt oder steht eine Glasscheibe direkt auf einem harten Untergrund (Fliese, Mörtel, Profilkante), entsteht an den Kontaktstellen ein Druckpunkt. Schwingt die Dusche im Alltag leicht – durch das Öffnen und Schließen der Tür, durch Temperaturschwankungen, durch minimale Bewegungen im Gebäude – werden diese Druckpunkte zyklisch belastet.
Punktlast auf Glas erzeugt lokale Zugspannungen, die bei ESG zu schlagartigen Totalbrüchen führen können.
Ohne definierten Spalt kann das Silikon nicht richtig haften und sich verankern – die Fuge reißt auf und Wasser dringt ein.
Kein Boden ist völlig eben. Die Unterlagen gleichen Unebenheiten im Millimeterbereich perfekt aus.
Eine fachgerecht gefügte Glasdusche mit korrektem Spalt hält problemlos 15–20 Jahre ohne Nachbearbeitung.
Die Faustregel der Glaser: Glas darf niemals direkten Kontakt zu Metall, Stein, Fliese oder Beton haben. Jede Berührungsstelle ist eine potenzielle Schwachstelle – sowohl statisch als auch dichtigkeitstechnisch.
Transparente Unterlagen für Glasduschen sind kleine Plättchen aus klarem, hartem Kunststoff (PVC/Polycarbonat), die als Abstandshalter zwischen Glas und Bauteil eingelegt werden. Sie haben das Maß 6 × 51 mm und sind für alle gängigen Glasstärken von 6, 8 und 10 mm geeignet.
Der entscheidende Vorteil gegenüber alternativen Lösungen wie Holzkeilen, Metall- oder Gummistücken liegt in drei Eigenschaften:
Das transparente Material verschwindet in der glasklaren Silikonfuge. Selbst bei Nahsicht kaum erkennbar.
Aus einem Stück (51 mm) lassen sich bis zu 5 einzelne Würfelchen von ca. 10 mm Länge schneiden – exakt auf den Bedarf zugeschnitten.
Kein Quellen, kein Rosten, kein Schrumpfen. Die Unterlagen verbleiben dauerhaft in der Fuge und erhalten den Spalt ein Leben lang.
| Dicke | Typischer Einsatz | Empfohlen für |
|---|---|---|
| 1 mm | Seitlich im U-Profil: zwischen Außen- und Innenkante Glas und Profil | Standard U-Profil |
| 2 mm | Seitlich im U-Profil: zwischen Außen- und Innenkante Glas und Profil; Unterlage zwischen Glas und Boden | Standard U-Profil Standard Boden |
| 3 mm | Seitlich im U-Profil: zwischen Außen- und Innenkante Glas und Profil; Unterlage zwischen Glas und Boden | Standard U-Profil Standard Boden |
| 4 mm | Besondere Profiltiefen oder Niveauunterschiede | Sonderfall |
| 5 mm | Besondere Profiltiefen oder Niveauunterschiede | Sonderfall |
| 6 mm | Besondere Profiltiefen oder Niveauunterschiede | Sonderfall |
| 10 mm | Große Spielräume, nachträgliche Korrekturen | Sonderfall |
Das U-Profil ist das häufigste Befestigungsmittel für rahmenlose Walk-in-Duschen und Glastrennwände. Es wird bodenseitig oder wandseitig mit der Glasscheibe verbunden. Damit das Silikon innerhalb des Profils dauerhaft haftet und sich gleichmäßig verteilen kann, müssen die transparenten Unterlagen an drei Stellen eingebracht werden.
Ziel der Unterlagen im U-Profil: Die Glasscheibe schwebt auf gleichmäßigen Klebespalten von 3–4 mm, ohne die Profilwände oder den Profilboden zu berühren. Das Silikon füllt diese Spalte vollständig aus und bildet eine dauerhafte, elastische Verbindung.
Schneiden Sie Abschnitte mit ca. 15 mm Länge und 3 oder 4 mm Dicke aus den Unterlagen. Legen oder kleben Sie diese am Boden des U-Profils im Abstand von je 100–150 cm ein. Diese dienen beim Einschieben als Anschlagpuffer, der einen gleichmäßigen Klebespalt zwischen Glasscheibe und Profilboden sicherstellt.
Tragen Sie Ottoseal S100 (transparent) in das U-Profil ein, bevor die Glasscheibe eingeschoben wird. Das Silikon soll den späteren Klebespalt vollständig ausfüllen. Nicht zu sparsam – lieber etwas mehr, das überschüssige Material tritt beim Einschieben aus und kann entfernt werden.
Schieben Sie die Glasscheibe in das U-Profil, bis sie auf den eingelegten Anschlagpuffern aufliegt. Die Scheibe sitzt damit automatisch mit dem vordefinierten Klebespalt auf dem Profilboden. Prüfen Sie die Ausrichtung (Lot und Flucht) und fixieren Sie die Scheibe wenn nötig.
Schneiden Sie weitere Abschnitte auf ca. 10 mm Länge zu. Drücken Sie diese paarweise (innen und außen) zwischen die Innenkante des Glases und die Profilwand – im Abstand von ca. 100–150 cm. Damit wird auch seitlich ein gleichmäßiger Spalt definiert und die Scheibe zentriert.
Spritzen Sie über die beiden seitlichen Fugen transparentes Silikon (Ottoseal S100) nach. Die Fugen müssen vollständig mit Silikon ausgefüllt sein. Überschüssiges Silikon sorgfältig abziehen und die Scheibe reinigen.
Nach mindestens 24 Stunden ist das Silikon ausgehärtet und die Dusche kann in Betrieb genommen werden. Nicht früher belasten oder befeuchten!
Verwenden Sie im U-Profil ausschließlich sanitärtaugliches, transparentes Silikon (z.B. Ottoseal S100). Acryl, Bausilikon oder farbiges Silikon sind für diesen Bereich nicht geeignet – sie quellen auf, verfärben sich oder haften nicht ausreichend am Glas.
Bei bestimmten Konstruktionen – besonders bei bodengleichen Walk-in-Duschen – wird das Glas nicht im U-Profil geführt, sondern direkt per Silikonfuge auf dem Boden befestigt. Hier ist die korrekte Anwendung der Unterlagen besonders knifflig, da die Scheibe während der Silikon-Aushärtezeit in Position gehalten werden muss.
Legen Sie je eine 2 mm und eine 3 mm Unterlage nebeneinander – quer (im 90°-Winkel) zur späteren Glasposition, ca. 10 cm von jedem Ende der Scheibe entfernt. Kleben Sie die Streifen mit Tesa-Krepp provisorisch auf dem Boden fest.
Stellen Sie die Glasscheibe auf die 3-mm-Unterlagen und richten Sie sie sorgfältig aus (Lot!). Durch die 3 mm entsteht ein definierter Klebespalt zwischen Glasunterkante und Bodenbelag.
Sobald die Scheibe ausgerichtet und gesichert steht, schneiden Sie die 3-mm-Streifen bündig mit der Glaskante ab (innen und außen), so dass nur kleine "Würfelchen" in Glasdickenbreite verbleiben. Diese unsichtbaren Plättchen halten den Klebespalt dauerhaft offen.
Die 2-mm-Streifen dienten nur als Absicherung, damit die 3-mm-Würfelchen beim Positionieren nicht verrutschen. Jetzt ziehen Sie sie vorsichtig heraus. Die Scheibe steht nun stabil nur noch auf den vier 3-mm-Würfelchen.
Ziehen Sie jetzt die Silikonfuge beidseits (vorne und hinten) mit Ottoseal S100. Wichtig: Die Würfelchen verbleiben in der Fuge und werden durch das Silikon überdeckt. Fuge glattziehen, überschüssiges Silikon entfernen, Glas reinigen.
Das Silikon benötigt mindestens 24 Stunden zum vollständigen Aushärten. In dieser Zeit die Scheibe weder bewegen noch mit Wasser in Kontakt bringen.
Die Unterlagen allein machen noch keine perfekte Fuge – die Qualität des Silikons ist ebenso entscheidend. Für die Verbindung von Glas mit U-Profilen oder dem Bodenbelag in feuchten Bereichen empfehlen Profis ausschließlich Ottoseal S100 oder vergleichbare hochwertige Sanitärsilikone der gleichen Klasse.
Speziell für den Nassbereich entwickelt. Haftet ausgezeichnet an Glas, Edelstahl, Aluminium und Fliesen. Bleibt dauerhaft elastisch und schimmelfest.
Nicht geeignet für den Duschbereich. Quillt auf, verliert Haftung im Dauerfeuchten und reißt innerhalb von Monaten.
Oft unzureichende Haftung auf Glas. Verfärbt sich schnell gelblich und wird porös. Zahlt sich kurzfristig nicht aus.
Das Silikon erfüllt in der fertigen Glasdusche eine Doppelfunktion: Es ist gleichzeitig Kleber (hält die Scheibe in Position) und Dichtmittel (schützt vor eindringendem Wasser). Nur wenn beide Funktionen dauerhaft gewährleistet sind, funktioniert die Konstruktion langfristig.
Spaltbreite und Silikon: Das Silikon funktioniert am besten, wenn der Klebespalt weder zu eng (unter 2 mm) noch zu breit (über 8 mm) ist. Bei 2–5 mm Spaltbreite kann das Silikon seine volle Elastizität entfalten und temperaturbedingten Ausdehnungen des Glases problemlos folgen.
Glas liegt direkt auf dem Boden oder am Profilboden. Glasschaden, undichte Fuge und frühzeitiger Fugenausfall sind die Folge.
Müssen nach Ziehen der Silikonfuge wieder entfernt werden. Die entstandenen Lücken sind nachträglich zu schließen.
Der Klebespalt wird nicht vollständig ausgefüllt. Hohlstellen entstehen, Wasser zieht kapillar ein und die Haftung ist unzureichend.
Silikon ist nach 24 h noch nicht vollständig durchgehärtet. Erste Feuchtigkeitsbelastung innerhalb von 12 h zerstört die Haftung dauerhaft.
Zu dünne Unterlagen (1 mm) bei großformatigem Glas: Der Klebespalt ist zu eng, das Silikon kann nicht richtig arbeiten.
Wenn der Boden um mehrere Millimeter schwankt, müssen die Unterlagendicken angepasst werden – sonst steht die Scheibe schief.
Die transparenten Unterlagen sind ab 0,25 € pro Stück erhältlich – in allen 7 Dicken, im Einzel-, 50er- oder 100er-Pack.
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