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Februar 20, 2026 12 min lesen.

Irgendwann kommt der Moment, in dem die alte Badewanne mehr Last als Lust ist. Sie wird kaum genutzt, der Einstieg über den hohen Rand fällt schwerer, und gleichzeitig wächst der Wunsch nach einer Dusche, die einfach zu nutzen und einfach zu reinigen ist, heute und in zwanzig Jahren. Wer zwischen 45 und 65 die Dusche barrierefrei umrüsten will, hat den besten Zeitpunkt dafür: Sie entscheiden aus freier Wahl und in Ruhe, nicht unter dem Druck einer plötzlichen Einschränkung.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße, Materialien und Details einen Badumbau zukunftstauglich machen, welche Zuschüsse Sie im Herbst 2026 tatsächlich noch bekommen und worauf Sie im Angebot des Handwerkers achten sollten.


Auf einen Blick

  • Duschfläche: 120 × 120 cm nach DIN 18040-2, bodengleich. 150 × 150 cm, wenn ein Rollstuhl mitgedacht werden soll. 140 × 90 cm ist komfortabel, aber nicht normgerecht.
  • Badtür: mindestens 80 cm lichte Breite für Rollator, 90 cm für Rollstuhl, nach außen öffnend oder als Schiebetür
  • Gefälle im Duschbereich: höchstens 2 %, sonst wird der Boden selbst zur Stolperfalle
  • Rutschhemmung: mindestens Bewertungsgruppe B nach DIN 51097, das ist die Prüfung für nackte Füße
  • Haltegriffe: jetzt die Wand verstärken lassen, Griffe bei Bedarf später montieren
  • Förderung, Stand September 2026: Pflegekasse bis 4.180 € je Maßnahme bei Pflegegrad, KfW-Kredit 159 ohne Pflegegrad. Der KfW-Zuschuss 455-B nimmt seit dem 31.07.2026 keine Anträge mehr an.

Die Kurzantwort: Was macht ein Bad zukunftstauglich?

Eine zukunftstaugliche Dusche ist bodengleich, mindestens 120 × 120 cm groß, mit rutschhemmendem Boden der Gruppe B und höchstens 2 % Gefälle zum Ablauf. Dazu kommt Einscheibensicherheitsglas mit Beschichtung, damit das Putzen nicht zur Last wird. Die vier Details, die später den Unterschied machen: eine Sitzgelegenheit, ein Thermostat mit Verbrühschutz, Verstärkungen in der Wand für Haltegriffe und eine Brause, die man im Stehen wie im Sitzen erreicht. Wer so umbaut, solange er die Wahl hat, gewinnt sofort an Komfort und muss das Bad später nicht ein zweites Mal aufreißen.


Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Viele denken bei „barrierefrei" sofort an Rollstuhl oder Pflegefall. Aus tausenden Beratungsgesprächen kennen wir ein anderes Bild: Die wenigsten Menschen sind bis ins hohe Alter kerngesund oder auf den Rollstuhl angewiesen.

Die große Mehrheit lebt dazwischen. Ein Knie, das beim Einsteigen zwickt. Eine steifere Schulter. Das Gleichgewicht, das früh morgens nicht mehr so sicher ist. Damit ändert sich, was man von seinem Bad erwartet.

Unsere Empfehlung: Bauen Sie um, solange Sie die Entscheidungen in Ruhe treffen können. Ein Umbau im Notfall ist immer teurer und stressiger, weil dann Handwerker, Zuschuss und Übergangslösung gleichzeitig organisiert werden müssen.

Weg mit der Badewanne, her mit einer großzügigen Dusche

Die Badewanne, die seit Jahren kaum genutzt wird, ist der ideale Ausgangspunkt. An ihrer Stelle entsteht Platz für eine ebenerdige Dusche, idealerweise mit Sitzgelegenheit.

Die richtigen Maße

  • Barrierefrei nach DIN 18040-2: 120 × 120 cm Duschfläche, bodengleich
  • Rollstuhlgerecht: 150 × 150 cm
  • Wenn der Platz der alten Wanne nicht reicht: 140 × 90 cm ist deutlich besser als eine enge 90er-Dusche, erfüllt aber die Norm nicht. Das sollten Sie wissen, bevor Sie sich festlegen.
  • Bewegungsfläche vor WC und Waschtisch: 120 × 120 cm. Eine bodengleiche Dusche darf dabei als Bewegungsfläche mitzählen, das spart in kleinen Bädern oft den entscheidenden halben Meter.

Die Sitzgelegenheit: praktisch, nicht defizitär

Ein Sitz in der Dusche ist kein Eingeständnis körperlicher Schwäche, sondern schlicht bequem. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl:

  • Fest gemauerte, geflieste Bank: stabil, zeitlos, zugleich Ablage
  • Klappsitz an der Wand: platzsparend, nur bei Bedarf heruntergeklappt, gut nachrüstbar, wenn die Wand dafür vorbereitet ist

Wer den Sitz heute einplant, nutzt ihn beim Rasieren und Eincremen, und irgendwann als echte Sicherheit.


Begehbare Dusche oder mit Tür? Die ehrliche Abwägung

Begehbare Dusche, offen und ohne Tür

Maximale Bewegungsfreiheit. Keine Tür, die klemmt, keine Beschläge, die verschleißen, weniger zu putzen.

Nachteil: Ohne Tür staut sich keine Wärme. Die Dusche ist kühler, bei Durchzug spürbar.

Geschlossene Kabine mit Tür

Wärmer, gemütlicher, kein Spritzwasser im Raum. Für alle, die ihre Dusche als warmen Rückzugsort schätzen, die bessere Wahl.

Nachteil: Tür und Beschläge sind Verschleißteile. Eine Schwelle zur Kabine hat in einem barrierefreien Bad nichts verloren.

Der Mittelweg, den wir am häufigsten empfehlen

Eine feststehende Glaswand ohne bewegliche Teile fängt das Spritzwasser auf, ohne den Eingang zu verengen. Sie verbindet die Offenheit der begehbaren Dusche mit dem Schutz einer Kabine. Weil Bäder selten rechtwinklig sind, wird sie millimetergenau zugeschnitten: Eine Walk-in-Glaswand nach Maß passt auch dort, wo vorher die Wanne stand. Weitere Formen, etwa über Eck oder mit anklappbarem Teil, finden Sie mit Richtpreisen im Ratgeber Duschabtrennungen nach Maß.

Ergänzung: Ein Duschvorhang auf Edelstahlstange kann die offene Glaswand sinnvoll ergänzen. Er hält die Wärme im Duschbereich, ohne die Offenheit dauerhaft aufzuheben. Details im Ratgeber zur Walk-in-Dusche mit Duschvorhang.

Glas: die Entscheidung, die Jahrzehnte bestimmt

Beim Duschen fallen zwei Themen zusammen: Glas und Reinigung. Mit den Jahren wird das Putzen beschwerlicher. Wer heute unbeschichtetes Klarglas einbaut, kauft sich Arbeit für die nächsten 20 Jahre.

Die bessere Wahl ist Glas mit werkseitiger Beschichtung, im Handel als Easy-Clean, Antikalk oder Antikorrosion bezeichnet. Wasser perlt ab, Kalk haftet kaum, ein Abzieher nach dem Duschen reicht. Bei unseren Glasduschen nach Maß liegt der Aufpreis für Antikorrosionsglas je nach Modell und Größe bei rund 70 bis 220 €.

  • Nur Einscheibensicherheitsglas (ESG): Bei Bruch entstehen keine scharfen Scherben, sondern stumpfe Krümel.
  • Beschichtung im Auftrag schriftlich festhalten. Nachträglich aufgetragene Versiegelungen halten nicht so lange wie eine werkseitige.
  • Polierte Glaskanten mindern das Verletzungsrisiko.
  • Wenig Profile und Fugen: weniger Angriffsfläche für Kalk.
  • Klarglas statt Milchglas: Es hält den Raum hell, und im Notfall sieht man hinein.

Wandverkleidung: fugenarme Flächen bewähren sich

Verfugte Wandfliesen sind die Schwachstelle jedes Duschbads. Fugen verfärben sich, setzen Schimmel an und lassen sich im Alter immer schwerer reinigen.

Großformatplatten aus Feinsteinzeug

Platten ab 120 × 60 cm reduzieren die Zahl der Fugen stark, oft bleiben auf einer ganzen Wand nur drei oder vier. Feinsteinzeug ist hart, kratzfest und nimmt praktisch kein Wasser auf. Ein feuchtes Tuch reicht zur Pflege.

Wandpaneele

Paneele aus Aluminiumverbund oder Mineralwerkstoff werden nahezu fugenlos verlegt. Sie sind leicht, schnell montiert und oft direkt auf die alten Fliesen klebbar, was Staub und Zeit spart.

Wichtig beim Übergang von Wand zu Boden: Auch bei fugenlosen Wänden bleibt dieser Anschluss eine Schwachstelle. Sorgfältige Silikonfugen mit fungizidem Sanitärsilikon sind Pflicht, ein Austausch alle 8 bis 10 Jahre gehört zur Wartung. Welches Silikon wohin gehört, erklärt unser Ratgeber Silikonfuge im Bad erneuern.

Boden, Gefälle und Rutschsicherheit

Der Boden ist der kritischste Punkt der barrierefreien Dusche. Er muss rutschhemmend sein und darf trotzdem nicht so stark geneigt sein, dass er selbst zur Stolperfalle wird.

Das richtige Gefälle

Der Duschbereich sollte höchstens 2 % Gefälle haben, das sind 2 cm auf einen Meter. Das reicht, damit das Wasser zügig abläuft, und der Boden wirkt dabei nicht schief.

Rutschhemmung: die richtige Norm beachten

Auf Fliesenkartons stehen zwei verschiedene Angaben, die oft verwechselt werden:

  • DIN 51097, Bewertungsgruppe A, B oder C: geprüft mit nackten Füßen und Seifenwasser. Das ist die Angabe für die Dusche. DIN 18040-2 verlangt für bodengleiche Duschflächen mindestens Gruppe B.
  • DIN 51130, R9 bis R13: geprüft mit Arbeitsschuhen und Öl. Gut für Flur und Bad außerhalb der Dusche, R10 ist dort ein vernünftiger Wert. Für den Barfußbereich sagt die R-Klasse allein wenig aus.

Lassen Sie sich die Bewertungsgruppe nach DIN 51097 im Angebot bestätigen.

Der Ablauf: ein unterschätztes Thema

Kleine Punktabläufe mit feinem Haarsieb verstopfen schnell. Das Wasser staut sich und steht auf dem Boden, und genau das ist im Alter gefährlich.

  • Lineare Duschrinne statt Punktablauf: Der Boden braucht nur Gefälle in eine Richtung, das lässt großformatige Fliesen zu und reduziert Fugen. Ein Beispiel ist die höhenverstellbare Vigour-Duschrinne mit Wenderost.
  • Leicht zugängliches Sieb: Die Reinigung muss ohne Verrenkungen möglich bleiben.
  • Einbauhöhe früh klären: Beim Wannentausch entscheidet der vorhandene Fußbodenaufbau, ob eine Rinne bodengleich passt. Das ist die erste Frage an den Installateur.
Vorsicht bei zu kleinen Duschen: Eine bodengleiche Dusche ohne ausreichende Größe und ohne Spritzschutz schickt das Wasser in den Raum, unter WC und Waschtisch. Nasse Fliesen außerhalb der Dusche sind im Alter besonders gefährlich. Mindestgröße einhalten, Spritzschutz nicht weglassen.

Türbreite und Bewegungsflächen nach DIN 18040-2

Wer langfristig plant, schaut über die Dusche hinaus. Die Norm DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen, Wohnungen" nennt Maße, die auch ohne akute Einschränkung angenehm sind:

  • Lichte Türbreite: mindestens 80 cm für barrierefreie Nutzung mit Rollator, 90 cm für Rollstuhl
  • Bewegungsflächen: 120 × 120 cm vor WC und Waschtisch, 150 × 150 cm bei Rollstuhlnutzung
  • Tür nach außen öffnend oder als Schiebetür: Wer im Bad stürzt, blockiert sonst die Tür von innen.
  • Schwellenlos: keine Stufe zwischen Bad und Flur

Wenn das Bad ohnehin saniert wird, kostet die Einhaltung dieser Maße oft kaum mehr. Später entscheidet sie darüber, ob alles möglich ist oder erneut umgebaut werden muss. Alle Punkte der Norm im Detail finden Sie in unserer Checkliste für bodengleiche Duschen.


Haltegriffe: jetzt vorbereiten, später bei Bedarf montieren

Haltegriffe müssen nicht sofort an die Wand, aber die Wand muss darauf vorbereitet sein. Lassen Sie im Bereich der späteren Griffe Verstärkungsplatten hinter die Fliesen setzen. Nachträglich lassen sich Griffe in Leichtbauwänden sonst kaum sicher befestigen, gewöhnliche Dübel halten das Gewicht eines stürzenden Erwachsenen nicht.

Drei wichtige Positionen

  • Seitlich am Duscheingang: für den sicheren Schritt hinein und hinaus
  • An der Duschwand in Greifhöhe: Halt beim Duschen im Stehen
  • Neben dem Sitz: erleichtert Hinsetzen und Aufstehen erheblich

Haltegriffe müssen heute nicht mehr nach Klinik aussehen. Ein Haltegriff aus verchromtem Massivmessing fügt sich in jedes Bad ein. Besonders praktisch ist eine Brausestange in L-Form mit integriertem Haltegriff: Sie trägt die Handbrause und dient zugleich als Stütze.

Gut zu wissen: Fest montierte Haltegriffe gelten als Teil der Wohnung, nicht als Hilfsmittel. Die Krankenkasse übernimmt sie deshalb in der Regel nicht. Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse sie als wohnumfeldverbessernde Maßnahme.

Armatur und Duschsystem: wo Details über Komfort entscheiden

Aufputz-Armatur: die wartungsfreundliche Wahl

Eine Aufputz-Armatur ist der Unterputz-Variante vorzuziehen. Der Abstand der Anschlüsse ist mit 150 mm genormt. Eine Aufputz-Armatur lässt sich deshalb auch Jahre später gegen ein anderes Modell tauschen, ohne die Wand zu öffnen.

Bei Unterputz-Armaturen ist der Wechsel aufwendig: Fliesen öffnen, Rohre freilegen, wieder verputzen und fliesen. Wenn Wartung und Bequemlichkeit zählen, ist Aufputz die vernünftigere Entscheidung.

Thermostat mit Verbrühschutz

Ein Thermostat hält die Wassertemperatur konstant und sperrt bei 38 °C, heißer geht es nur mit bewusstem Tastendruck. Das ist besonders wichtig, wenn das Temperaturempfinden mit den Jahren nachlässt.

Kopfbrause und Handbrause getrennt ansteuern

Wer ein Duschsystem mit Kopfbrause plant, sollte darauf achten, dass Handbrause und Kopfbrause unabhängig voneinander bedient werden. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist doch entscheidend.

Aus der Beratungspraxis: Man duscht mit der Handbrause, dreht ab und erwischt dabei den Umsteller. Beim nächsten Aufdrehen kommt der erste Schwall kaltes Wasser von oben. Haare nass, die man gar nicht waschen wollte. Eine getrennte Ansteuerung verhindert genau das.

Weitere Empfehlungen

  • Große, griffige Bedienelemente mit fühlbarer Rasterung, damit die Temperatur ohne Brille einstellbar ist
  • Höhenverstellbare Brausestange: Brause im Stehen und im Sitzen erreichbar
  • Brauseschlauch mit Knickschutz, lang genug für die Nutzung im Sitzen
  • Griffe und Armatur in Kontrastfarbe: gut sichtbar, wenn die Augen nachlassen

Beleuchtung und weitere Sicherheitsdetails

Bei Badumbauten oft vergessen: gutes Licht. Mit dem Alter braucht das Auge deutlich mehr davon, was mit 50 noch reichte, ist mit 70 zu dunkel.

  • LED-Einbaustrahler über der Dusche, neutralweiß mit rund 4000 Kelvin
  • Bewegungsmelder oder Orientierungslicht für den nächtlichen Weg zur Toilette
  • Notruf in Reichweite des Sitzes, etwa ein Zugschalter oder ein Hausnotrufknopf
  • Fußbodenheizung: Ein warmer Boden macht den Schritt aus der Dusche angenehmer

Förderungen und Zuschüsse: Stand September 2026

Bei der Förderung hat sich 2026 viel bewegt. Hier der Stand vom 11. September 2026:

KfW-Zuschuss 455-B: für 2026 ausgeschöpft

Die KfW hatte den Zuschuss „Altersgerecht Umbauen" am 8. April 2026 wieder geöffnet, mit 50 Millionen Euro für das ganze Jahr. Nach knapp vier Monaten war das Geld vergeben. Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge mehr an. Bereits gestellte Anträge und erteilte Zusagen bleiben gültig. Ob es 2027 wieder Mittel gibt, entscheidet der Bundeshaushalt. Wer den Umbau ohnehin erst im nächsten Jahr plant, sollte das im Blick behalten, denn der Zuschuss betrug zuletzt bis zu 2.500 € für Einzelmaßnahmen und bis zu 6.250 € für den Standard „Altersgerechtes Haus".

KfW-Kredit 159: weiterhin verfügbar

Der zinsgünstige Kredit „Altersgerecht Umbauen" (159) läuft weiter: bis zu 50.000 € je Wohneinheit, ohne Altersgrenze und ohne Pflegegrad. Beantragt wird er über Ihre Hausbank, und zwar vor dem Auftrag an den Handwerker.

Pflegekasse: bis 4.180 € je Maßnahme

Wer einen Pflegegrad 1 bis 5 hat, bekommt von der Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Leben mehrere Menschen mit Pflegegrad im Haushalt, sind zusammen bis zu 16.720 € möglich. Der Umbau von Wanne zur bodengleichen Dusche samt Haltegriffen zählt dazu.

  • Der Pflegegrad muss vorliegen, bevor der Zuschuss beantragt wird.
  • Antrag bei der Pflegekasse stellen, Kostenvoranschlag und kurze Begründung beilegen.
  • Erst nach der Zusage beauftragen, sonst riskieren Sie den Zuschuss.

Länder und Kommunen

Viele Bundesländer und Städte haben eigene Programme für barrierefreies Wohnen, teils als Zuschuss, teils als Darlehen. Die Wohnberatungsstelle Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises weiß, was vor Ort gilt. Die Beratung dort ist in der Regel kostenlos.

Steuerliche Absetzbarkeit

Die Arbeitskosten des Handwerkers können Sie als Handwerkerleistung absetzen: 20 % der Lohn- und Fahrtkosten, höchstens 1.200 € im Jahr direkt von der Steuerschuld. Material zählt nicht, und der Teil, den ein Zuschuss bereits abdeckt, auch nicht. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung per Überweisung.

Für alle Zuschüsse gilt: Antrag vor Beginn der Arbeiten, genauer vor der Unterschrift unter den Handwerkervertrag. Wer erst danach beantragt, geht leer aus. Planung und Beratung gelten dabei noch nicht als Beginn.

Kosten und Zeitrahmen: was realistisch ist

Richtwerte für den Umbau „Badewanne raus, bodengleiche Dusche rein", Stand 2026:

  • Wanne gegen bodengleiche Dusche mit Rinne, Abdichtung, Fliesen und Armatur: etwa 4.000 bis 8.000 €
  • Hochwertige Ausführung mit Großformatplatten, Glaswand nach Maß und Thermostat: etwa 8.000 bis 14.000 €
  • Komplette Badsanierung: etwa 15.000 bis 30.000 €, je nach Größe und Materialwahl

Die größte Unbekannte ist der Boden. Muss der Estrich für das Gefälle neu aufgebaut oder die Abwasserleitung verlegt werden, steigen Aufwand und Preis. Das klärt nur ein Termin vor Ort.

Zeitrahmen: 5 bis 10 Werktage für den reinen Wannentausch, 2 bis 4 Wochen für eine Komplettsanierung. In dieser Zeit ist das Bad nicht nutzbar, planen Sie eine Ausweichmöglichkeit ein.


Ihre Checkliste für den Umbau

Bevor Sie den ersten Handwerker beauftragen, sollten diese Punkte geklärt sein:

  • Bad ausmessen: Wie viel Platz bleibt nach dem Ausbau der Wanne?
  • Duschgröße festlegen: 120 × 120 cm anstreben, Abweichungen bewusst entscheiden
  • Offen oder mit Tür? Feststehende Glaswand nach Maß prüfen
  • ESG mit werkseitiger Beschichtung schriftlich im Auftrag festhalten
  • Wand: Großformatplatten oder Paneele statt kleiner Fliesen
  • Boden: Bewertungsgruppe B nach DIN 51097 im Angebot bestätigen lassen
  • Gefälle höchstens 2 %, lineare Duschrinne mit leicht zugänglichem Sieb
  • Sitz einplanen, fest gemauert oder als Klappsitz
  • Verstärkungen für Haltegriffe in die Wand einbauen lassen
  • Aufputz-Thermostat mit Verbrühschutz wählen
  • Kopf- und Handbrause getrennt ansteuerbar bestellen
  • Badtür: mindestens 80 cm lichte Breite, nach außen öffnend
  • Licht: neutralweiße LED und Orientierungslicht einplanen
  • Förderung prüfen: Pflegekasse, KfW-Kredit 159, Land und Kommune, alles vor dem Auftrag
  • Mindestens zwei, besser drei Angebote von Fachbetrieben einholen

Häufige Fragen

Brauche ich für eine Förderung einen Pflegegrad?

Nur für den Zuschuss der Pflegekasse. Der KfW-Kredit 159 ist unabhängig von Alter und Pflegegrad. Der KfW-Zuschuss 455-B war es auch, ist aber seit dem 31.07.2026 für dieses Jahr ausgeschöpft.

Lohnt sich der Umbau ohne Zuschuss?

Für die meisten ja. Sie sparen den späteren Notumbau unter Zeitdruck, das Bad bleibt nutzbar, auch wenn Knie oder Gleichgewicht nachlassen, und der Komfort wirkt ab dem ersten Tag. Zudem bleibt die Steuerermäßigung für die Arbeitskosten, und die Kosten lassen sich über den KfW-Kredit 159 verteilen.

Brauche ich wirklich 120 × 120 cm Duschfläche?

Für eine barrierefreie Dusche nach DIN 18040-2 ja. Der Platz wird gebraucht, wenn Sie mit Rollator in die Dusche gehen oder jemand beim Duschen hilft. Reicht der Platz der alten Wanne nur für 140 × 90 cm, ist das eine gute, komfortable Dusche. Barrierefrei im Sinne der Norm ist sie aber nicht, und das kann bei Förderanträgen eine Rolle spielen. 150 × 150 cm brauchen Sie nur, wenn ein Rollstuhl mitgedacht werden soll.

Was ist besser: lineare Rinne oder Punktablauf?

Eine lineare Rinne braucht nur Gefälle in eine Richtung statt trichterförmig zum Punkt. Das erlaubt großformatige Fliesen mit wenigen Fugen und ist für barrierefreie Duschen die bessere Wahl. Punktabläufe sind günstiger, im Alltag aber unterlegen.

Reicht nicht ein Wanneneinstieg?

Eine in die Wanne geschnittene Tür ist günstiger als der Umbau, aber eine Notlösung: Sie muss dicht bleiben, die Öffnung ist schmal, und der Wannenboden bleibt glatt und tief. Für langfristig geplantes Wohnen ist die bodengleiche Dusche fast immer die bessere Investition.

Wie lange hält eine moderne Walk-in-Dusche?

Die Glaswand hält bei guter Ausführung 20 bis 30 Jahre. Silikonfugen sollten alle 8 bis 10 Jahre erneuert werden, die Armatur in der Regel nach 15 bis 20 Jahren.

Kann ich als Mieter umbauen?

Ja. Seit Dezember 2020 können Mieter nach § 554 BGB vom Vermieter verlangen, dass er bauliche Veränderungen zur Barrierereduzierung erlaubt. Ablehnen darf er nur, wenn ihm der Umbau unzumutbar ist. Die Kosten trägt in der Regel der Mieter, und beim Auszug kann ein Rückbau verlangt werden. Den Zuschuss der Pflegekasse bekommen Mieter genauso wie Eigentümer.

Brauche ich einen Architekten?

Für den Wannentausch reicht ein erfahrener Sanitärbetrieb zusammen mit einem Fliesenleger. Bei verwinkelten Grundrissen, Statikfragen oder mehreren Gewerken lohnt sich ein Badplaner. Viele Sanitärbetriebe planen als Teil des Angebots.

Woran erkenne ich einen guten Fachbetrieb?

An drei Dingen: Referenzen mit barrierefreien Bädern, ein Angebot, in dem Glasbeschichtung, Rutschhemmgruppe und Gefälle schriftlich stehen, und die Bereitschaft, Ihre Fragen zur Förderung ernst zu nehmen. Der günstigste Preis ist selten der beste, der teuerste nicht automatisch.


Beratung, die zu Ihrem Bad passt

Ein altersgerechter Umbau ist keine Entscheidung von der Stange. Jedes Bad, jede Wohnsituation und jede Lebensphase ist anders. Wir beraten Sie persönlich und unverbindlich: Welche Glaswand passt zu Ihrem Grundriss, welche Maße lohnen sich, welche Details machen später den Unterschied?

Mit über 20 Jahren Erfahrung im Glasduschbereich und rund 175.000 Kunden kennen wir praktisch jede Einbausituation, vom schmalen Altbaubad bis zum offenen Neubau.

Duschop, Kristhal, Thomas Weber e.K.
Tel.: 09293 9339580
WhatsApp: 0176 54505183
E-Mail: kontakt@kristhal.de

„Gute Beratung schlägt jeden Einkaufswagen. Wir lösen Probleme, wir verkaufen keine Teile."
Thomas Weber, Gründer und Inhaber


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