
Februar 20, 2026 12 min lesen.
Irgendwann kommt der Moment, in dem die alte Badewanne mehr Last als Lust ist. Sie wird kaum genutzt, der Einstieg über den hohen Rand fällt schwerer, und gleichzeitig wächst der Wunsch nach einer Dusche, die einfach zu nutzen und einfach zu reinigen ist, heute und in zwanzig Jahren. Wer zwischen 45 und 65 die Dusche barrierefrei umrüsten will, hat den besten Zeitpunkt dafür: Sie entscheiden aus freier Wahl und in Ruhe, nicht unter dem Druck einer plötzlichen Einschränkung.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße, Materialien und Details einen Badumbau zukunftstauglich machen, welche Zuschüsse Sie im Herbst 2026 tatsächlich noch bekommen und worauf Sie im Angebot des Handwerkers achten sollten.
Eine zukunftstaugliche Dusche ist bodengleich, mindestens 120 × 120 cm groß, mit rutschhemmendem Boden der Gruppe B und höchstens 2 % Gefälle zum Ablauf. Dazu kommt Einscheibensicherheitsglas mit Beschichtung, damit das Putzen nicht zur Last wird. Die vier Details, die später den Unterschied machen: eine Sitzgelegenheit, ein Thermostat mit Verbrühschutz, Verstärkungen in der Wand für Haltegriffe und eine Brause, die man im Stehen wie im Sitzen erreicht. Wer so umbaut, solange er die Wahl hat, gewinnt sofort an Komfort und muss das Bad später nicht ein zweites Mal aufreißen.
Viele denken bei „barrierefrei" sofort an Rollstuhl oder Pflegefall. Aus tausenden Beratungsgesprächen kennen wir ein anderes Bild: Die wenigsten Menschen sind bis ins hohe Alter kerngesund oder auf den Rollstuhl angewiesen.
Die große Mehrheit lebt dazwischen. Ein Knie, das beim Einsteigen zwickt. Eine steifere Schulter. Das Gleichgewicht, das früh morgens nicht mehr so sicher ist. Damit ändert sich, was man von seinem Bad erwartet.
Unsere Empfehlung: Bauen Sie um, solange Sie die Entscheidungen in Ruhe treffen können. Ein Umbau im Notfall ist immer teurer und stressiger, weil dann Handwerker, Zuschuss und Übergangslösung gleichzeitig organisiert werden müssen.
Die Badewanne, die seit Jahren kaum genutzt wird, ist der ideale Ausgangspunkt. An ihrer Stelle entsteht Platz für eine ebenerdige Dusche, idealerweise mit Sitzgelegenheit.
Ein Sitz in der Dusche ist kein Eingeständnis körperlicher Schwäche, sondern schlicht bequem. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl:
Wer den Sitz heute einplant, nutzt ihn beim Rasieren und Eincremen, und irgendwann als echte Sicherheit.
Maximale Bewegungsfreiheit. Keine Tür, die klemmt, keine Beschläge, die verschleißen, weniger zu putzen.
Nachteil: Ohne Tür staut sich keine Wärme. Die Dusche ist kühler, bei Durchzug spürbar.
Wärmer, gemütlicher, kein Spritzwasser im Raum. Für alle, die ihre Dusche als warmen Rückzugsort schätzen, die bessere Wahl.
Nachteil: Tür und Beschläge sind Verschleißteile. Eine Schwelle zur Kabine hat in einem barrierefreien Bad nichts verloren.
Eine feststehende Glaswand ohne bewegliche Teile fängt das Spritzwasser auf, ohne den Eingang zu verengen. Sie verbindet die Offenheit der begehbaren Dusche mit dem Schutz einer Kabine. Weil Bäder selten rechtwinklig sind, wird sie millimetergenau zugeschnitten: Eine Walk-in-Glaswand nach Maß passt auch dort, wo vorher die Wanne stand. Weitere Formen, etwa über Eck oder mit anklappbarem Teil, finden Sie mit Richtpreisen im Ratgeber Duschabtrennungen nach Maß.
Ergänzung: Ein Duschvorhang auf Edelstahlstange kann die offene Glaswand sinnvoll ergänzen. Er hält die Wärme im Duschbereich, ohne die Offenheit dauerhaft aufzuheben. Details im Ratgeber zur Walk-in-Dusche mit Duschvorhang.
Beim Duschen fallen zwei Themen zusammen: Glas und Reinigung. Mit den Jahren wird das Putzen beschwerlicher. Wer heute unbeschichtetes Klarglas einbaut, kauft sich Arbeit für die nächsten 20 Jahre.
Die bessere Wahl ist Glas mit werkseitiger Beschichtung, im Handel als Easy-Clean, Antikalk oder Antikorrosion bezeichnet. Wasser perlt ab, Kalk haftet kaum, ein Abzieher nach dem Duschen reicht. Bei unseren Glasduschen nach Maß liegt der Aufpreis für Antikorrosionsglas je nach Modell und Größe bei rund 70 bis 220 €.
Verfugte Wandfliesen sind die Schwachstelle jedes Duschbads. Fugen verfärben sich, setzen Schimmel an und lassen sich im Alter immer schwerer reinigen.
Platten ab 120 × 60 cm reduzieren die Zahl der Fugen stark, oft bleiben auf einer ganzen Wand nur drei oder vier. Feinsteinzeug ist hart, kratzfest und nimmt praktisch kein Wasser auf. Ein feuchtes Tuch reicht zur Pflege.
Paneele aus Aluminiumverbund oder Mineralwerkstoff werden nahezu fugenlos verlegt. Sie sind leicht, schnell montiert und oft direkt auf die alten Fliesen klebbar, was Staub und Zeit spart.
Wichtig beim Übergang von Wand zu Boden: Auch bei fugenlosen Wänden bleibt dieser Anschluss eine Schwachstelle. Sorgfältige Silikonfugen mit fungizidem Sanitärsilikon sind Pflicht, ein Austausch alle 8 bis 10 Jahre gehört zur Wartung. Welches Silikon wohin gehört, erklärt unser Ratgeber Silikonfuge im Bad erneuern.
Der Boden ist der kritischste Punkt der barrierefreien Dusche. Er muss rutschhemmend sein und darf trotzdem nicht so stark geneigt sein, dass er selbst zur Stolperfalle wird.
Der Duschbereich sollte höchstens 2 % Gefälle haben, das sind 2 cm auf einen Meter. Das reicht, damit das Wasser zügig abläuft, und der Boden wirkt dabei nicht schief.
Auf Fliesenkartons stehen zwei verschiedene Angaben, die oft verwechselt werden:
Lassen Sie sich die Bewertungsgruppe nach DIN 51097 im Angebot bestätigen.
Kleine Punktabläufe mit feinem Haarsieb verstopfen schnell. Das Wasser staut sich und steht auf dem Boden, und genau das ist im Alter gefährlich.
Vorsicht bei zu kleinen Duschen: Eine bodengleiche Dusche ohne ausreichende Größe und ohne Spritzschutz schickt das Wasser in den Raum, unter WC und Waschtisch. Nasse Fliesen außerhalb der Dusche sind im Alter besonders gefährlich. Mindestgröße einhalten, Spritzschutz nicht weglassen.
Wer langfristig plant, schaut über die Dusche hinaus. Die Norm DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen, Wohnungen" nennt Maße, die auch ohne akute Einschränkung angenehm sind:
Wenn das Bad ohnehin saniert wird, kostet die Einhaltung dieser Maße oft kaum mehr. Später entscheidet sie darüber, ob alles möglich ist oder erneut umgebaut werden muss. Alle Punkte der Norm im Detail finden Sie in unserer Checkliste für bodengleiche Duschen.
Haltegriffe müssen nicht sofort an die Wand, aber die Wand muss darauf vorbereitet sein. Lassen Sie im Bereich der späteren Griffe Verstärkungsplatten hinter die Fliesen setzen. Nachträglich lassen sich Griffe in Leichtbauwänden sonst kaum sicher befestigen, gewöhnliche Dübel halten das Gewicht eines stürzenden Erwachsenen nicht.
Haltegriffe müssen heute nicht mehr nach Klinik aussehen. Ein Haltegriff aus verchromtem Massivmessing fügt sich in jedes Bad ein. Besonders praktisch ist eine Brausestange in L-Form mit integriertem Haltegriff: Sie trägt die Handbrause und dient zugleich als Stütze.
Gut zu wissen: Fest montierte Haltegriffe gelten als Teil der Wohnung, nicht als Hilfsmittel. Die Krankenkasse übernimmt sie deshalb in der Regel nicht. Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse sie als wohnumfeldverbessernde Maßnahme.
Eine Aufputz-Armatur ist der Unterputz-Variante vorzuziehen. Der Abstand der Anschlüsse ist mit 150 mm genormt. Eine Aufputz-Armatur lässt sich deshalb auch Jahre später gegen ein anderes Modell tauschen, ohne die Wand zu öffnen.
Bei Unterputz-Armaturen ist der Wechsel aufwendig: Fliesen öffnen, Rohre freilegen, wieder verputzen und fliesen. Wenn Wartung und Bequemlichkeit zählen, ist Aufputz die vernünftigere Entscheidung.
Ein Thermostat hält die Wassertemperatur konstant und sperrt bei 38 °C, heißer geht es nur mit bewusstem Tastendruck. Das ist besonders wichtig, wenn das Temperaturempfinden mit den Jahren nachlässt.
Wer ein Duschsystem mit Kopfbrause plant, sollte darauf achten, dass Handbrause und Kopfbrause unabhängig voneinander bedient werden. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist doch entscheidend.
Aus der Beratungspraxis: Man duscht mit der Handbrause, dreht ab und erwischt dabei den Umsteller. Beim nächsten Aufdrehen kommt der erste Schwall kaltes Wasser von oben. Haare nass, die man gar nicht waschen wollte. Eine getrennte Ansteuerung verhindert genau das.
Bei Badumbauten oft vergessen: gutes Licht. Mit dem Alter braucht das Auge deutlich mehr davon, was mit 50 noch reichte, ist mit 70 zu dunkel.
Bei der Förderung hat sich 2026 viel bewegt. Hier der Stand vom 11. September 2026:
Die KfW hatte den Zuschuss „Altersgerecht Umbauen" am 8. April 2026 wieder geöffnet, mit 50 Millionen Euro für das ganze Jahr. Nach knapp vier Monaten war das Geld vergeben. Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge mehr an. Bereits gestellte Anträge und erteilte Zusagen bleiben gültig. Ob es 2027 wieder Mittel gibt, entscheidet der Bundeshaushalt. Wer den Umbau ohnehin erst im nächsten Jahr plant, sollte das im Blick behalten, denn der Zuschuss betrug zuletzt bis zu 2.500 € für Einzelmaßnahmen und bis zu 6.250 € für den Standard „Altersgerechtes Haus".
Der zinsgünstige Kredit „Altersgerecht Umbauen" (159) läuft weiter: bis zu 50.000 € je Wohneinheit, ohne Altersgrenze und ohne Pflegegrad. Beantragt wird er über Ihre Hausbank, und zwar vor dem Auftrag an den Handwerker.
Wer einen Pflegegrad 1 bis 5 hat, bekommt von der Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Leben mehrere Menschen mit Pflegegrad im Haushalt, sind zusammen bis zu 16.720 € möglich. Der Umbau von Wanne zur bodengleichen Dusche samt Haltegriffen zählt dazu.
Viele Bundesländer und Städte haben eigene Programme für barrierefreies Wohnen, teils als Zuschuss, teils als Darlehen. Die Wohnberatungsstelle Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises weiß, was vor Ort gilt. Die Beratung dort ist in der Regel kostenlos.
Die Arbeitskosten des Handwerkers können Sie als Handwerkerleistung absetzen: 20 % der Lohn- und Fahrtkosten, höchstens 1.200 € im Jahr direkt von der Steuerschuld. Material zählt nicht, und der Teil, den ein Zuschuss bereits abdeckt, auch nicht. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung per Überweisung.
Für alle Zuschüsse gilt: Antrag vor Beginn der Arbeiten, genauer vor der Unterschrift unter den Handwerkervertrag. Wer erst danach beantragt, geht leer aus. Planung und Beratung gelten dabei noch nicht als Beginn.
Richtwerte für den Umbau „Badewanne raus, bodengleiche Dusche rein", Stand 2026:
Die größte Unbekannte ist der Boden. Muss der Estrich für das Gefälle neu aufgebaut oder die Abwasserleitung verlegt werden, steigen Aufwand und Preis. Das klärt nur ein Termin vor Ort.
Zeitrahmen: 5 bis 10 Werktage für den reinen Wannentausch, 2 bis 4 Wochen für eine Komplettsanierung. In dieser Zeit ist das Bad nicht nutzbar, planen Sie eine Ausweichmöglichkeit ein.
Bevor Sie den ersten Handwerker beauftragen, sollten diese Punkte geklärt sein:
Nur für den Zuschuss der Pflegekasse. Der KfW-Kredit 159 ist unabhängig von Alter und Pflegegrad. Der KfW-Zuschuss 455-B war es auch, ist aber seit dem 31.07.2026 für dieses Jahr ausgeschöpft.
Für die meisten ja. Sie sparen den späteren Notumbau unter Zeitdruck, das Bad bleibt nutzbar, auch wenn Knie oder Gleichgewicht nachlassen, und der Komfort wirkt ab dem ersten Tag. Zudem bleibt die Steuerermäßigung für die Arbeitskosten, und die Kosten lassen sich über den KfW-Kredit 159 verteilen.
Für eine barrierefreie Dusche nach DIN 18040-2 ja. Der Platz wird gebraucht, wenn Sie mit Rollator in die Dusche gehen oder jemand beim Duschen hilft. Reicht der Platz der alten Wanne nur für 140 × 90 cm, ist das eine gute, komfortable Dusche. Barrierefrei im Sinne der Norm ist sie aber nicht, und das kann bei Förderanträgen eine Rolle spielen. 150 × 150 cm brauchen Sie nur, wenn ein Rollstuhl mitgedacht werden soll.
Eine lineare Rinne braucht nur Gefälle in eine Richtung statt trichterförmig zum Punkt. Das erlaubt großformatige Fliesen mit wenigen Fugen und ist für barrierefreie Duschen die bessere Wahl. Punktabläufe sind günstiger, im Alltag aber unterlegen.
Eine in die Wanne geschnittene Tür ist günstiger als der Umbau, aber eine Notlösung: Sie muss dicht bleiben, die Öffnung ist schmal, und der Wannenboden bleibt glatt und tief. Für langfristig geplantes Wohnen ist die bodengleiche Dusche fast immer die bessere Investition.
Die Glaswand hält bei guter Ausführung 20 bis 30 Jahre. Silikonfugen sollten alle 8 bis 10 Jahre erneuert werden, die Armatur in der Regel nach 15 bis 20 Jahren.
Ja. Seit Dezember 2020 können Mieter nach § 554 BGB vom Vermieter verlangen, dass er bauliche Veränderungen zur Barrierereduzierung erlaubt. Ablehnen darf er nur, wenn ihm der Umbau unzumutbar ist. Die Kosten trägt in der Regel der Mieter, und beim Auszug kann ein Rückbau verlangt werden. Den Zuschuss der Pflegekasse bekommen Mieter genauso wie Eigentümer.
Für den Wannentausch reicht ein erfahrener Sanitärbetrieb zusammen mit einem Fliesenleger. Bei verwinkelten Grundrissen, Statikfragen oder mehreren Gewerken lohnt sich ein Badplaner. Viele Sanitärbetriebe planen als Teil des Angebots.
An drei Dingen: Referenzen mit barrierefreien Bädern, ein Angebot, in dem Glasbeschichtung, Rutschhemmgruppe und Gefälle schriftlich stehen, und die Bereitschaft, Ihre Fragen zur Förderung ernst zu nehmen. Der günstigste Preis ist selten der beste, der teuerste nicht automatisch.
Ein altersgerechter Umbau ist keine Entscheidung von der Stange. Jedes Bad, jede Wohnsituation und jede Lebensphase ist anders. Wir beraten Sie persönlich und unverbindlich: Welche Glaswand passt zu Ihrem Grundriss, welche Maße lohnen sich, welche Details machen später den Unterschied?
Mit über 20 Jahren Erfahrung im Glasduschbereich und rund 175.000 Kunden kennen wir praktisch jede Einbausituation, vom schmalen Altbaubad bis zum offenen Neubau.
Duschop, Kristhal, Thomas Weber e.K.
Tel.: 09293 9339580
WhatsApp: 0176 54505183
E-Mail: kontakt@kristhal.de
„Gute Beratung schlägt jeden Einkaufswagen. Wir lösen Probleme, wir verkaufen keine Teile."
Thomas Weber, Gründer und Inhaber